Krypto-Knast: Ungarn droht fünf Jahre Haft für nicht lizenzierten Handel mit digitalen Vermögenswerten
Ungarn hat eine harte Linie beim Krypto-Handel eingeschlagen. Am 1. Juli 2025 trat das aktualisierte Strafgesetzbuch des Landes in Kraft. Wer beim Handel an einer nicht lizenzierten Krypto-Börse erwischt wird, muss mit Gefängnis rechnen.
Dies gilt bereits, wenn ein Händler Token im Wert von nur 5 Millionen HUF (etwa 14.600 US-Dollar) tauscht. Ungarn ist damit einer der strengsten Orte in Europa für private Krypto-Nutzer.
Harte Strafen für Krypto-Händler
Laut dem neuen Gesetz kann jeder, der zwischen 5 Millionen und 50 Millionen HUF auf einer nicht autorisierten Plattform tauscht, mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.
Wer ein Handelsvolumen zwischen 50 Millionen und 500 Millionen HUF (etwa 145.950–1,46 Millionen US-Dollar) hat, riskiert bis zu drei Jahre Gefängnis.
Und wer mehr als 500 Millionen HUF bewegt, dem droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Jede Stufe skaliert die Strafe allein basierend auf dem gehandelten Volumen.
Dienstleister trifft es noch härter
Berichten zufolge haben Unternehmen, die nicht lizenzierte Exchange-Dienste anbieten, noch größere Probleme. Anbieter, die bis zu 50 Millionen HUF handeln, riskieren eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.
Wenn sie zwischen 50 Millionen und 500 Millionen HUF verarbeiten, können sie bis zu fünf Jahre ins Gefängnis gehen. Und jedes Unternehmen, das mehr als diesen Betrag handhabt, kann mit bis zu acht Jahren Haft bestraft werden.
Revolut zieht Krypto-Dienste zurück
Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Revolut, die in Großbritannien ansässige Fintech-App, die von vielen Ungarn genutzt wird, hat alle Krypto-Kauf-, Verkaufs- und Staking-Dienste eingestellt. Eine Mitteilung an lokale Kunden verwies auf „die kürzlich eingeführte ungarische Gesetzgebung“.
Nutzer können ihre digitalen Token nun weder einzahlen noch auszahlen, bis Revolut seine rechtliche Position geklärt hat. Für einige bedeutet das Wochen oder sogar Monate des Wartens.
Vergleich mit anderen Märkten
Andere Teile der Welt haben nicht lizenzierte Krypto-Dienste kriminalisiert. Die USA, Großbritannien, Hongkong und Südkorea bestrafen nicht lizenzierte Betreiber mit Geldstrafen oder Haft, aber sie gehen selten gegen normale Händler vor.
Singapur hat kürzlich seine lokalen Unternehmen gewarnt, die Dienstleistungen für ausländische Kunden ohne Lizenz einstellen sollen, andernfalls drohen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe von 250.000 SG$. Doch Ungarn sticht hervor, weil es private Nutzer basierend auf ihren Transaktionsvolumen ins Visier nimmt.
Die ungarische Aufsichtsbehörde für regulatorische Angelegenheiten hat 60 Tage AB dem 1. Juli Zeit, klare Regeln festzulegen. Bis dahin weiß niemand, wie man das obligatorische „Validierungszertifikat“ erhält, das jede autorisierte Börse vorweisen muss.
Bildnachweis: Goway, Chart von TradingView
Übersetzt von HashR8te