Pessimistische Anleger strömen herbei: So sichern Sie sich gegen Schuldenrisiken im KI-Bereich ab
Die KI-Blase platzt? Pessimisten wittern ihre Chance.
Die Risikoprämien steigen
Während Optimisten weiter in KI-Titel investieren, bauen kluge Geldgefer bereits ihre Absicherungen aus. Der Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS) im Tech-Sektor verzeichnet ungewöhnliche Aktivität – ein klassisches Zeichen für steigende Risikowahrnehmung. Die Zahlen sprechen für sich: Die Nachfrage nach Absicherungen gegen Ausfälle bei KI-fokussierten Unternehmen hat sich in den letzten Quartalen verdreifacht.
Die Achillesferse der KI-Revolution
Massive Rechenzentren, teure Chip-Importe und der Wettlauf um Talent verbrennen Kapital. Viele KI-Firmen operieren mit Schuldenbergen, die ihre tatsächlichen Einnahmen bei weitem übersteigen. Wenn die Zinsen hoch bleiben oder die erwarteten Gewinne ausbleiben, droht eine Kaskade von Zahlungsausfällen. Ein Investmentbanker kommentierte trocken: „Die KI rettet vielleicht die Menschheit, aber zuerst muss sie ihre eigenen Schulden bedienen.“
Absicherungsstrategien im Überblick
Erfahrene Anleger setzen auf eine Mischung aus direkten CDS-Käufen, Short-Positionen in überbewerteten KI-Titeln und Allokation in defensive Sektoren. Besonders gefragt sind strukturierte Produkte, die gezielt gegen Ausfälle in der KI-Lieferkette absichern. Die Volatilität dieser Instrumente hat sich verdoppelt – ein klares Signal für erhöhte Nervosität.
Die große Diskrepanz
Hier liegt der Widerspruch: Während die Aktienmärkte weiter Rekorde feiern, bereitet sich der Kreditmarkt auf Sturm vor. Diese Divergenz hält selten lange an. Entweder ziehen die Aktien nach – oder die Absicherer kassieren ab. In jedem Fall profitieren diejenigen, die frühzeitig Position bezogen haben.
Die CDS-Aktivität stieg insbesondere im September.
Die finanzielle Performance von Technologieunternehmen hat einer Achterbahnfahrt der Gefühle geglichen, da die Anleger die Gewinnberichte verarbeiten und die Auswirkungen von KI-Produkten von Unternehmen wie OpenAI , Google und Anthropic abwarten.
Dennoch verzeichneten Oracle und CoreWeave besonders starke Anstiege im CDS-Handel, da sie hohe Schulden aufnehmen, um die Kapazität ihrer Rechenzentren zu sichern. Auch Meta-gekoppelten CDS legte deutlich zu , nachdem das Unternehmen im Oktober durch Anleiheemissionen 30 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung seiner KI-Initiativen eingesammelt hatte.
Nathaniel Rosenbaum, ein Investment-Grade-Kreditstratege bei JPMorgan, stellte sogar fest, dass das Volumen von Single-Name-CDS in diesem Quartal erheblich gestiegen sei, vor allem aufgrund der hohen Investitionen von Hyperscalern in US-Rechenzentren.
Ein Topmanager eines renommierten US-amerikanischen Kreditinvestmentunternehmens stimmte dieser Einschätzung ebenfalls zu und sagte: „Der Handel mit CDS einzelner Titel hat deutlich zugenommen, wobei Anleger vermehrt auf Portfolios großer Technologieunternehmen oder speziell auf Oracle und Meta setzen. Wie kann man sich absichern und ein Hedge-System aufbauen? Am häufigsten geschieht dies mit einem Portfolio aus Technologie-CDS.“
Das Interesse an CDS in hoch bewerteten US-Unternehmen war jedoch zu Jahresbeginn praktisch nicht vorhanden, da Technologieunternehmen ihre KI-Expansion aus ihren Bilanzen und nicht aus den Anleihemärkten finanzierten. Der Markt gewann an Dynamik, als Fremdkapital cash als Hauptfinanzierungsquelle ablöste. Meta, Amazon, Alphabet und Oracle nahmen in diesem Herbst 88 Milliarden US-Dollar ein, und JPMorgan prognostiziert bis 2030 ein Emissionsvolumen von Investment-Grade-Anleihen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar.
Die CDS-Aktivitäten von Oracle haben zugenommen.
Die CDS-Aktivitäten rund um Oracle haben in diesem Jahr sprunghaft zugenommen, wobei sich die wöchentlichen Volumina mehr als verdreifacht haben und die Schutzkosten ihren höchsten Stand seit 2009 erreicht haben. Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von mehr als 100 Milliarden US-Dollar angehäuft, hauptsächlich zur Finanzierung von Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Marktdaten deuten darauf hin, dass der CDS des Unternehmens bei etwa 126 Basispunkten liegt und damit deutlich über dem Niveau vergleichbarer Unternehmen wie Nvidia und Meta.
Obwohl die Vermögenswerte des Unternehmens diese Woche stark unter Druck gerieten, nachdem die Umsatzprognosen nicht erfüllt wurden, sanken sie am Freitag weiter, als der Bau mindestens eines Rechenzentrums verschoben wurde.
Benedict Keim, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Altana Wealth, merkte jedoch an, dass er zwar nicht mit einem baldigen Zahlungsausfall von Oracle rechne, die CDS des Unternehmens aber seiner Meinung nach massiv unterbewertet seien. Altana war Anfang Oktober erstmals in den CDS-Handel eingestiegen und begründete dies mit Oracles steigender Verschuldung und der hohen Abhängigkeit von einem einzigen Kunden, OpenAI.
Kürzlich äußerte sich auch Brij Khurana aus Wellington zum CDS-Handel: „Single-Name-CDS sind derzeit sehr gefragt.“ Er fügte hinzu: „Banken und private Kreditgeber haben ein deutlich höheres Engagement in einzelnen Unternehmen. Daher wollen sie dieses Risiko minimieren. Anleger suchen nach einer Absicherung für ihre Anlagen.“
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