USA gewährt Lukoil-Käufern Gnadenfrist: Verhandlungen über Auslandsvermögen bis 13. Dezember trotz Sanktionen
Die US-Regierung zeigt überraschende Flexibilität im Sanktionsregime gegen Lukoil. Trotz der am 21. November in Kraft getretenen Maßnahmen dürfen interessierte Käufer noch bis zum 13. Dezember über das Auslandsvermögen des russischen Ölgiganten verhandeln.
Ein diplomatischer Balanceakt – oder einfach nur die übliche Heuchelei der Geopolitik, wenn es um milliardenschwere Energiegeschäfte geht?
Gunvor blockiert, Carlyle greift ein, Finanzministerium setzt harte Bedingungen
Letzte Woche blockierte das US-Finanzministerium einen Deal kategorisch. Es lehnte den Plan des Schweizer Unternehmens Gunvor ab, das globale Geschäft von Lukoil zu übernehmen, und bezeichnete das Unternehmen als „Marionette des Kremls“.
Nachdem diese Tür zugeschlagen wurde, tauchte ein neuer Name auf: Carlyle. Die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft hat angeblich als Nächstes Lukoils Vermögenswerte im Visier, hat aber noch nicht einmal mit den Vorbereitungen begonnen. Bisher wurden weder Lukoils Ölfelder noch seine Raffinerien oder sein Tankstellennetz einer Due-Diligence-Prüfung unterzogen.
Selbst wenn Carlyle oder ein anderes Unternehmen einsteigen möchte, wird es nicht einfach. Das Finanzministerium wird jede Übernahme blockieren, solange Lukoil nicht vollständig von seinen internationalen Aktivitäten getrennt ist. Zudem müssten die Einnahmen aus dem Deal auf ein Sperrkonto eingezahlt werden.
Das russische Unternehmen kann nichts daran ändern, solange die Sanktionen bestehen. Ausnahmslos.
Lukoil hatte die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Nur wenige Tage nachdem Trump sowohl Lukoil als auch Rosneft, den größten Ölproduzenten Russlands, ins Visier genommen hatte, kündigte das Unternehmen an, mit dem Verkauf seines internationalen Portfolios zu beginnen.
Dieses Portfolio ist beachtlich; laut den Finanzzahlen für 2023 beläuft sich der Wert dieser Auslandsvermögenswerte auf rund 22 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören Öl- und Gasfelder im Irak, in Zentralasien und in Mexiko.
Ausnahmeregelungen wurden erteilt, um die globalen Folgen zu begrenzen
Doch es geht nicht nur um Ölkonzerne, die Geschäfte abschließen wollen. Regierungen weltweit waren von diesen weitreichenden Sanktionen alles andere als begeistert. Einige wehrten sich und warnten die USA, dass dies die Energieversorgung für alle gefährden könnte. Daher erließ das Finanzministerium am Freitag einige Ausnahmeregelungen, um einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern.
Eine Ausnahmeregelung erlaubt es fast 200 Tankstellen der Marke Lukoil, darunter auch solchen in den Vereinigten Staaten, bis zum 13. Dezember weiterzubestehen. Das verschafft ihnen Zeit, aber nicht viel.
Eine weitere wichtige Verlängerung betrifft Bulgarien, wo die Raffinerie von Lukoil den Großteil des Landes mit Treibstoff versorgt. Die Raffinerie sowie ihr Tankstellennetz und ihr Geschäft mit Flugzeug- und Schiffstreibstoffen können ihren Betrieb bis April nächsten Jahres fortführen.
Die bulgarische Regierung hatte bereits mit der Verstaatlichung der Raffinerie begonnen, um eine Stilllegung nach Ablauf der Frist am 21. November zu verhindern.
Und dann ist da noch Kasachstan. Das Finanzministerium erteilte eine weitere Ausnahmegenehmigung, die Transaktionen im Zusammenhang mit dem Caspian Pipeline Consortium sowie Beteiligungen an den Ölfeldern Tengiz, Korolev und Karachaganak bis zum 10. Januar erlaubt.
Sie alle haben Verbindungen zu Lukoil und Rosneft, und ein unvorbereiteter Abbruch dieser Verbindungen könnte die Ölströme in Zentralasien erheblich beeinträchtigen.
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