Adobe im KI-Sturm: Warum Investoren trotz technologischer Revolution skeptisch bleiben
KI-Revolution trifft auf Realitätscheck: Adobe kämpft um Investor-Vertrauen
Die KI-Welle rollt - doch nicht alle reiten sie gleich erfolgreich
Während Adobe seine KI-Offensive vorantreibt, bleiben die Märkte gespalten. Analysten fragen sich: Kann das Softwarehaus den technologischen Wandel monetarisieren oder bleibt es beim großen Versprechen?
Investoren zücken den Taschenrechner und stellen unbequeme Fragen zur Rentabilität. Ein klassischer Fall von "viel Lärm um wenig Gewinn" - zumindest aus Sicht der Zahlenjongleure.
Die Diskrepanz zwischen technologischem Potenzial und finanzieller Performance wird immer offensichtlicher. Adobe muss liefern, nicht nur versprechen.
Adobe versucht, das Vertrauen der Investoren zu erhalten.
Viele an der Wall Street sind sich unsicher, ob Adobe seine Vormachtstellung behaupten kann, da neue KI-gestützte Tools es den Nutzern erleichtern, Videos, Poster und Grafiken ohne professionelle Software zu erstellen.
Der Citigroup-Analyst Tyler Radke warnte, dass Adobe trotz seinertronStrategie „strukturell durch KI bedingten Wettbewerbs- und Preisdruck gefährdet“ sei. Die Aktien des Unternehmens haben in diesem Jahr rund ein Viertel ihres Wertes verloren.
Auch die Aktienkurse anderer Softwarefirmen wie Salesforce Inc.
Viele der gängigen KI-Tools zur Erstellung von Videos und Bildern, wie beispielsweise Sora von OpenAI oder Veo von Google, stammen aus dem Adobe-Ökosystem. Auch verbraucherorientierte Plattformen wie Canva gewinnen zunehmend an Beliebtheit und ermöglichen es Nutzern, Designs zu erstellen, ohne auf die professionelle Software von Adobe angewiesen zu sein.
Bloomberg-Analysten schätzen , dass sich das Umsatzwachstum von Adobes Digital Media-Sparte in den nächsten Jahren verlangsamen wird. Trotzdem bezeichneten Analysten wie Kirk Materne von Evercore ISI Adobes jüngsten Schritt als „weiteren Beitrag zur Bewältigung der Frage nach dem ‚existenziellen Risiko‘“ im Zusammenhang mit den Auswirkungen generativer KI auf das eigene Geschäft.
Adobes Strategie
Auf der Konferenz in Los Angeles stellte Adobe mehrere neue Funktionen vor, die KI-orientierte Kreative auf der Plattform halten sollen. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Integration von KI-Modellen von Wettbewerbern wie Google und OpenAI in Adobes Werkzeuge, darunter Photoshop.
Jahrelang bewarb das Unternehmen seine hauseigenen Firefly-KI-Modelle, die darauf trainiert wurden, Urheberrechtsverletzungen und anstößige Inhalte zu vermeiden. Firefly wurde seit seinem Start bereits zur Erstellung von über 29 Milliarden Bildern und anderen Assets eingesetzt.
Adobe aber auch Zugriff auf KI-Modelle von Drittanbietern und bietet diese direkt seinen Kunden an. Dadurch können Kreative je nach Bedarf zwischen Adobes Firefly und externen KI-Systemen wählen.
Adobe erzielt mit seinen KI-Produkten jährlich rund 250 Millionen US-Dollar Umsatz. Das Unternehmen betont jedoch, dass KI dem Geschäft in vielerlei Hinsicht zugutekommt. Adobe verwendet nun den umfassenderen Begriff „KI-beeinflusster Umsatz“, der alle Einnahmen bezeichnet, die mithilfe von KI generiert werden, beispielsweise durch höhere Preise oder eine stärkere Kundenbindung. Laut Adobe trägt KI zu rund 5 Milliarden US-Dollar des jährlichen Umsatzes bei.
Ely Greenfield, Chief Technology Officer für das Kreativgeschäft von Adobe, wies darauf hin, dass viele Kunden Firefly für kommerzielle Projekte nutzen, für Brainstorming oder experimentelle Arbeiten aber auf andere KI-Modelle zurückgreifen.
„Die Menschen gewöhnen sich zunehmend an den Gedanken, dass Modelle anhand einer Vielzahl von Dingen trainiert werden“, sagte Greenfield.
Jackson Ader von KeyBanc merkte an, dass die Kunden bei der Veranstaltung von den erweiterten KI-Optionen begeistert waren.
„Wir begrüßen diese Strategie, da wir bisher skeptisch waren, ob Adobe im Bereich der KI-gestützten Bild- und Videogenerierung mithalten kann“, schrieb er.
Der CEO von Adobe, Shantanu Narayen, betonte, dass die Software seines Unternehmens für Kreative, die Ergebnisse in professioneller Qualität erzielen wollen, weiterhin unerlässlich Sei und dass die Schwierigkeiten des Aktienkurses hauptsächlich auf dietracder Anleger durch Halbleiterunternehmen und Entwickler von KI-Modellen zurückzuführen seien.
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