Apollo Go schreibt schwarze Zahlen: Baidus Robotertaxi-Dienst erreicht in mehreren chinesischen Städten die Profitabilität
Baidus autonome Taxiflotte Apollo Go durchbricht die Rentabilitätsbarriere – während traditionelle Mobilitätsunternehmen noch mit Gewinnmargen kämpfen.
Durchbruch in der urbanen Mobilität
Die Robotaxis operieren jetzt profitabel in ausgewählten Metropolen Chinas, ein Meilenstein für autonome Fahrzeugdienste weltweit. Die Technologie umgeht menschliche Fahrerfehler und senkt Betriebskosten radikal.
Skalierung vs. Regulierung
Expansionspläne kollidieren mit lokalen Genehmigungsverfahren – typische Bürokratie, die Innovation ausbremst. Finanzanalysten beobachten skeptisch, ob sich der Hype in nachhaltige Gewinne verwandelt.
Während traditionelle Autohersteller ihre Elektroauto-Träume mit Subventionen künstlich beatmen, beweist Apollo Go, dass disruptive Technologie auch ohne staatliche Krücken laufen kann.
Baidu baut ein globales Robotaxi-Netzwerk auf
Baidu hat nicht nur Australien im Visier, sondern will auch über Asien hinaus expandieren. Anfang des Monats erhielt Apollo Go 50 weitere Testlizenzen in Dubai und verdoppelte damit seine Flotte in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf rund hundert Fahrzeuge. Laut der Dubaier Straßen- und Verkehrsbehörde könnte die Partnerschaft in den nächsten Jahren mehr als 1.000 vollautonome Fahrzeuge umfassen.
Und dann ist da noch Baidu in Europa, das vorsichtig, aber ehrgeizig vorgeht. Das Unternehmen hat eine Schweizer Gesellschaft gegründet, um die lokalen Gesetze zur Datenspeicherung einzuhalten, und hat vor Ort Mitarbeiter eingestellt, die den Betrieb überwachen.
Auch Verträge mit amerikanischen Fahrdienst-Giganten eröffnen neue Möglichkeiten. Eine Kooperation mit Uber wird es Apollo Go-Fahrzeugen ermöglichen, bestimmte internationale Märkte, mit Ausnahme von China und den USA, zu erschließen. Gleichzeitig wird eine Partnerschaft mit Lyft nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen AB 2026 die Türen für Markteinführungen in Großbritannien und Deutschland öffnen.
Europa bringt jedoch seine eigenen Hürden mit sich. Technische Hindernisse und Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit, Datenschutz und Verkehrssicherheit verlangsamen den Genehmigungsprozess. Halton Niu, General Manager der Baidu-Abteilung für intelligentes Fahren im Ausland, merkte an, dass einige Regulierungsbehörden zunächst zögern könnten. Doch wer Apollo Go in Aktion sieht, ändert oft seine Meinung. Bei einem Besuch auf dem Baidu-Campus in Peking im Junident die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sogar selbst mit einem Robotaxi.
Baidu sieht sich zunehmender Konkurrenz und Risiken gegenüber
Baidu ist nicht der einzige, der lukrative Robotaxi-Dienste aufbauen will. Konkurrenten wie Alphabets Waymo und das von General Motors unterstützte Cruise erweitern ihre eigenen Flotten, während Tesla weiterhin umfassendere autonome Fähigkeiten seiner Fahrzeuge verspricht.
Was Baidu auszeichnet, ist laut Analysten der Preis. Dank Chinas etablierter Lieferkette für Elektrofahrzeuge sind die Apollo Go-Fahrzeuge in der Herstellung und im Einsatz günstiger als die westliche Konkurrenz. Dieser Preisvorteil könnte besonders in kostensensitiven Märkten wie Südostasien und Australien wichtig sein.
Dennoch steht Baidu vor großen Hürden: Es gilt, die Regulierungsbehörden zu überzeugen, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und die Fahrzeuge an unterschiedliche Verkehrssysteme anzupassen. Bislang sind nur wenige chinesische Städte profitabel, und der Ausbau des Fundaments weltweit erfordert weitere Investitionen.
Seit 2013 hat Baidu Milliarden in die Forschung zum autonomen Fahren investiert und eine Flotte von über 1.000 Fahrzeugen aufgebaut, die in China und im Ausland im Einsatz sind. Mit der Gewinnschwelle von Apollo Go beginnen sich die langjährigen Investitionen nun endlich auszuzahlen, so das Unternehmen.
Für australische Pendler könnte das Baidu-Robotaxi jedoch bald verfügbar sein. Die Ära rückt näher, da Chinas größte Suchmaschine ihre selbstfahrenden Autos zu einem globalen Geschäft macht.
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